Die laufende Saison war bislang nicht eben ein beeindruckender Arbeitsnachwuchs des Trainers Thorsten Fink bei Austria Wien. Nach zehn Spielen hat man enttäuschende 16 Zähler auf dem Konto und steht in der Tabelle sogar hinter Stadtrivalen Rapid Wien, über den Hans Krankl unlängst in einer viel beachteten Kolumne urteile, er sei „total am Boden.“ Was dies über den bisherigen Spielzeitverlauf der Veilchen aussagt, sei dahingestellt. Sicher ist nur dies: Die Verantwortlichen der Austria dürften sich mehr versprochen haben. Fink genießt trotzdem das uneingeschränkte Vertrauen. Die Bosse der Veilchen verlängerten seinen Vertrag vorzeitig um zwei Jahre – das neue Arbeitspapier läuft jetzt bis zum Ende der Saison 2018/19.
Plan: Mit Fink in eine neue Ära
Mit Fink glauben die Verantwortlichen von Austria Wien, endlich den richtigen Mann gefunden zu haben, um Konstanz auf der Trainerbank zu erreichen. Der gänzlich unbescheidene Plan sieht vor, „eine neue Ära“ mit dem Deutschen einzuleiten. Für alle Beteiligten sei die Verlängerung mit Fink „eine Win-Win-Situation“, zeigt sich AG-Vorstand Markus Kraetschmer überzeugt. Zwar sei man am Ende der ersten Saison des Deutschen bei der Austria nicht mehr im Meisterschaftskampf dabei gewesen, habe aber immerhin nach mehrjähriger Abstinenz den Sprung in den Europacup geschafft. Dies sei ein beachtlicher Erfolg.
Fink will Meister werden – muss es aber nicht
Fink selbst erklärte, für ihn sei das sehr gute Umfeld entscheidend gewesen, um seine Unterschrift unter den neuen Vertrag bei der Austria zu setzen. Er wolle etwas aufbauen. Sein Ziel sei es, die Meisterschaft zu gewinnen. Diesbezüglich lässt sich der frühere Coach des Hamburger SV allerdings eine bemerkenswerte Hintertür offen: Natürlich wolle die Austria den Titel gewinnen, „allerdings haben wir nicht den ganz großen Druck“, weil die Veilchen die Meisterschaft nicht holen müssten. Ob die Fans das auch so sehen?