Die österreichische Handballnationalmannschaft muss sich nach ihrem EM-Qualifikationsspiel gegen Spanien schmerzhaft an einen alten Sportler-Witz erinnert fühlen: „Was ist schlimmer als hoch zu verlieren? Knapp zu verlieren!“ Die ÖHB-Auswahl spielte gegen den Vize-Europameister wirklich stark und hätte die Sensation beinahe geschafft. Die Partie ging lediglich mit 29:30 verloren. Doch am Ende hilft das nicht: Österreich steht mit leeren Händen da. Nach drei Spielen steht das ÖHB-Team in der Gruppe 3 bei zwei Niederlagen. Das ist nicht gerade direkter Kurs in Richtung EM-Endrunde.
Österreich verspielt komfortable Führung
Spanien war in diesem Duell nicht besser, aber cleverer und abgebrühter. Die Iberer führten beispielsweise zur Halbzeit mit 14:13. Hätte die ÖHB-Auswahl ihre Chancen konsequenter genutzt, hätte sie schon zur Pause führen müssen. Offenbar war diese Erkenntnis schon in der Pause in den Köpfen der Spieler angelangt. In der zweiten Halbzeit drehte Österreich zu Beginn richtig auf.
Die Belohnung folgte alsbald auf der Anzeige-Tafel. Österreich führte zeitweilig mit fünf Toren gegen Spanien. Beim Stande von 24:19 für das ÖHB-Team schien die Sensation eine ausgemachte Sache zu sein. Doch Österreich gingen die Nerven durch. Und Spanien bewies, wieso die Iberer zwei Weltmeistertitel gewonnen haben und als eine der besten, wenn nicht sogar als beste Mannschaft überhaupt gilt. In den letzten 10 Minuten des Spiels zeigte der Gast ein irres Finish und drehte die Partie noch. Allerdings entschied der Schiedsrichter in einen strittigen Situationen dabei zu Gunsten der Spanier, in denen man fraglos auch für Österreich hätte votieren können.
Es spricht für Coach Patrekur Johannesson, dass der Isländer nicht diesen Momenten die Schuld für die unglückliche Niederlage gab. Spanien habe eben einen Weltmeister-Bonus, erklärte der Trainer und hakte die Szenen so ab. Es gelte nun, sich über das starke Spiel zu freuen und auf die kommenden Aufgaben zu konzentrieren, um doch noch die EM-Endrunde in Kroatien zu erreichen.